Misteln - das mystische Wintergrün

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Misteln - viel mehr als nur ein wunderschöner Winterschmuck

 

Misteln - das mystische Wintergrün

 

Über die Mistel ranken sich viele Mythen, deren Ursprünge weit in die Vergangenheit reichen. Schon im Altertum galt die Mistel als heilige Pflanze. Die Germanen dachten, dass die Mistel durch die Götter von oben ausgesät wurde, die Kelten verehrten sie, und lange Zeit dienten die Misteln auch als Schutz vor bösen Zauberkräften.

 

Die Mistel (lat. Viscum album), die zu den Sandelholzgewächsen zählt, ist durch ihr Grün ein wunderbarer dekorativer Winterschmuck. Wer kennt ihn nicht - den Brauch sich in der Weihnachtszeit über die Eingangstür einen Mistelzweig zu hängen? Wer darunter steht darf sich küssen.

Und auch Spaziergänger haben die Mistel sicherlich schon öfters in freier Natur gesehen. Der Anblick der grünen Misteln in den kahlen Baumgipfeln lässt uns einen Moment innehalten und nach oben blicken. Hier ein großes grünes Büschel inmitten der Baumkronen, dort eins. Sichtbar ist die Mistel meist nur im Winter. Dann wenn die Bäume kahl sind. Fast schon kugelförmig wächst sie auf Nadel- und Laubbäumen heran und bildet im Frühjahr weiße (Schein-)Beeren. Die leicht schwach nach Orange duftenden Beeren locken Insekten und Vögel an, die sich so um die Vermehrung der Mistel kümmern.

 

Die Mistel ist eigen - fast schon stolz. Zwar zählt sie zu den Halbschmarotzern, die immer einen Wirt zum Wachsen benötigen, sie lässt sich jedoch nur schwer im eigenen Garten kultivieren. Ich bezeichne sie als eine Pflanze, die ihren eigenen Kopf hat.

 

Heilwirkung der Mistel

 

Die Mistel ist ein mystisches Wintergrün und erhielt im volkstümlichen Sprachgebrauch auch den Namen „Heil aller Schäden“. Auch unter dem Namen „Hexenbesen“ oder „Drudenfuß“ war sie einst bekannt. Wunderschön ist auch die Bezeichnung „Himmelskind“, da sie niemals den Boden betritt.

 

Schon Hippokrates, der griechische Arzt des Altertums (ca. 460-370 v. Chr.), schrieb der Mistel heilende Wirkungen zu. Plinius, der römische Gelehrte, verwendete die Mistel gegen Schwindel und Fallsucht. Im Mittelalter setzte sich dies zum Beispiel mit Paracelus (Arzt, Mystiker und Alchemist, 1493-1541) oder Hildegard von Bingen (1098-1179) fort und auch Johannes Kneipp (1821-1897) nutze sie für seine Anwendungen. Und noch einen Schwenk können wir machen. Auch die Druiden der Kelten wussten um ihre Heilwirkung. Sie galt zu dieser Zeit als magische Pflanze. Hier hielt sie sogar auch Einzug bei „Asterix und Obelix“ und war Bestandteil des magischen Zaubertranks.

In der neueren Zeit widmete sich der Anthroposoph Rudolf Steiner (1861-1925) der Mistel und schrieb ihr eine Heilwirkung gegen Krebs zu.

 

Misteln sind gut für die Milz und für die Durchblutung, gegen Bluthochdruck, löst Krämpfe und haben generell eine beruhigende Wirkung. Verwendet werden ihre ledrigen Blätter und Zweige. Hierin befinden sich zum Beispiel Alkaloide, Flavonoide, Histamin, Lektine oder auch Zink. Vor allem den ätherischen Ölen und den Flavonoiden wird eine beruhigende und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Flavonoide stärken auch die körpereigene Abwehr. Auch die Gynäkologie nutzt die Misteln zum Beispiel bei Regelschmerzen.

 

Das Mistelkraut schmeckt aromatisch-bitter. Die Beeren sind übrigens giftig und dürfen nicht verwendet werden!

 

In Apotheken findet sich nicht nur das Mistelkraut, sondern auch Tinkturen, Tabletten oder auch Tee. Neben der innerlichen Einnahme lassen sich aus der Mistel auch Umschläge herstellen oder als Badezusatz verwenden. Äußerlich verwendet hilft sie zum Beispiel gegen Ekzeme oder rheumatische Beschwerden.

 

 

Misteltee zur Verdauung

Ganz wichtig bei der Verwendung von Mistelkraut ist der Kaltauszug. Dadurch werden keine giftigen Stoffe freigesetzt.

 

2 Tl. Mistelkraut in ½ l kaltes Wasser geben und über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag kann der Tee ganz leicht etwas erwärmt werden. Idealerweise trinkt man diesen dann nach dem Essen zur Verdauung.

 

 

Noch zum Abschluss:

Mistel dürfen in freier Natur nicht gepflückt werden. Sie stehen unter Naturschutz!


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