MS, ein Blog und Fernweh

Daniela, Erfahrungsbericht MS

Mut, ein Erfahrungsbericht & Multiple Sklerose

 

Hallo, mein Name ist Daniela. 1993 bekam ich die Diagnose Multiple Sklerose. Das ist nun schon verdammt lang her und jetzt sitze ich hier. Gehe Vollzeit arbeiten, schreibe einen Blog und habe immer und immer wieder Fernweh. Ich bin viel unterwegs trotz Handicap.

 

Wozu ein Blog?

Bereits 2008 während meiner Diplomarbeit entdeckte ich das Blogschreiben und irgendwann erstellte ich mir einen neuen Blog und fing an, mich mit meiner Krankheit auseinanderzusetzen. Anfangs war es nur ein Sammeln von Informationen, doch im Laufe der Zeit wurde es immer persönlicher. Ich beschäftige mich mit Ernährung, mit Sport trotz Krankheit und mit Motivation für meine Leser. Ich merkte wie sehr mich das erfüllte, dass ich anderen Mut machen konnte im Umgang mit dieser Krankheit.

 

Handicap

Ehrlich gesagt hätte ich lieber ein Handicap beim Golf. Da wird das unterschiedliche Können der Spieler rechnerisch ausgeglichen. Ich finde ich kann ziemlich viel mit meinem Handicap, aufrechnen kann man da leider nichts.

 

Seit 2008 hat sich meine Beweglichkeit in den Beinen verschlechtert. Das bemerkte ich zum ersten Mal beim Joggen, etwas später beim Fahrradfahren. Es wurde stetig schlechter. Ich verkaufte mein Rennrad, mein Mountainbike, mein Motorrad und hatte eine Traurigkeit in mir, das kann sich keiner vorstellen. Und heute? Heute liebe ich trotz der Multiplen Sklerose das Leben, bin viel neugieriger und mutiger geworden. Ich fahre eine 1150er BMW mit Beiwagen, damit ist mein Gleichgewicht wieder hergestellt. Ich fahre Tandem, brauche eine Person, die das Tandem steuert für das Gleichgewicht. Ich gehe segeln und könnte die ganze Zeit unterwegs sein. Reisen ist einfach wunderbar für die Seele. Es erweitert den Verstand und man lernt vieles Neues dazu.

 

Fernweh

Im letzten Jahr war ich auf Segeltörn in Kroatien. Es war wunderbar. Ich hatte eine wunderbare Segelcrew. Achtsamkeit war uns allen kein Fremdwort. Spaß, gemeinsam kochen, gemeinsam segeln und den ganzen Alltag hinter sich lassen. Meinen Rollstuhl hatte ich dabei für Landausflüge, weil ich meinen kleinen Porsche für lange Strecken benötige. Auf langen Wegen habe ich nicht mehr die Kraft und Energie, alles zu laufen.

 

Dieses Jahr im Oktober bin ich wieder unterwegs, diesmal Sardinien. Kaum zu glauben, aber auf dem Katamaran kann ich mich besser bewegen als an Land. Da hat die Mathematik wohl doch recht: Minus mal Minus gibt Plus.

 

Von meinen Ausflügen berichte ich auch auf meinem Blog. Ich möchte damit zeigen, dass mit MS das Leben noch nicht vorbei ist. Man nennt die MS auch die Krankheit mit den tausend Gesichtern und es gibt glücklicherweise viele MS-Erkrankte die bis ins hohe Alter keine Einschränkungen in der Bewegung haben.

 

Fazit

Ich bin viel und gern unterwegs und lass mich nicht abhalten trotz Handicap. Und genau das ist es, was ich an Erfahrung, Mut und Motivation an meine Leser weitergeben möchte. Ich liebe es, unterwegs zu sein. Wenn ich das Geld hätte, dann würde ich eine Weltreise machen. Andere Kulturen kennenlernen, Menschen von unterschiedlichsten Nationen und Glaubensrichtungen treffen. Und ich könnte meinen Blog mit meinen Erlebnissen füllen. Mit Fotos, mit Geschichten von Ländern und Menschen und deren Leben.

 

Ich sage mir immer wieder, dass alles gut wird und daran glaube ich auch. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht lächel. Das Leben kann immer schön und aufregend sein, auch wenn man Multiple Sklerose hat. Aus allem das Beste machen, das ist mein Motto.


Wir sagen: "Vielen Dank, liebe Daniela!!!!"

Wer mehr über Daniela und ihren Blog lesen möchte: http://www.zeitgedanke.org/


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